Der „Landarzt“ kommt

Landtag berät über bessere hausärztliche Versorgung

Der Sozialausschuss des Landtages hat heute einen Gesetzentwurf behandelt, der eine Spezialregelung zur hausärztlichen Versorgung im Land vorsieht. Warum ist das für Mansfeld-Südharz wichtig?

Mit dem sogenannten Landarztgesetz wird erstmals die Möglichkeit eröffnet, ab dem Wintersemester 2020 an den Unis von Halle und Magdeburg angebotene Medizinstudienplätze für Allgemeinmediziner zu reservieren, die sich vertraglich gegenüber dem Land dazu verpflichten, eine hausärztliche Tätigkeit in Sachsen-Anhalt aufzunehmen. Der konkrete Einsatz von Hausärzten in unterversorgten Gebieten soll von einem Landesausschuss festgelegt werden, in dem Krankenkassen und Ärzte vertreten sind. Der Landkreis Mansfeld-Südharz würde von der Regelung aber in jedem Falle profitieren.

Wird das Gesetz im Plenum so verabschiedet, werden 5 Prozent der verfügbaren Studienplätze für Humanmedizin für Landärzte vorgehalten. Mit dieser politischen Lenkung soll die ärztliche Versorgung auch in unserer Region langfristig gesichert werden. Sollten Ärzte nach ihrer Zulassung dennoch keine Tätigkeit vor Ort aufnehmen, würde der Vertrag hohe Strafzahlungen vorsehen.

Das Gesetz markiert einen Sonderweg des Landes und ist rechtlich umstritten. Der gute Zweck der Versorgungssicherheit rechtfertigt es aber, auch diesen ungewöhnlichen Weg einzuschlagen.