Landtag befasst sich mit Endlagersuche für atomare Abfälle:

Warum Mansfeld-Südharz nicht in Frage kommt

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat sich nach mehreren Anträgen mit der Thematik der Endlagersuche für radioaktive Abfälle befasst und die Verantwortung der Bundesregierung für ein Auswahlverfahren nach klaren Kriterien angemahnt. Das Thema wird in den Ausschüssen weiter behandelt. 

Vor 2031 wird kein Standort für atomare Abfälle in Deutschland festgelegt. Die bisher potenziell geeigneten Gebiete bedecken 54 Prozent des Bundesgebietes und damit mehr als die Hälfte des gesamten Landes. Warum Mansfeld-Südharz kein Endlager für radioaktive Abfälle werden kann, erklärt der Sangerhäuser CDU-Landtagsabgeordnete André Schröder aus seiner Sicht:

„1. Sachsen-Anhalt hat bereits mit einem Endlagerstandort für schwach radioaktive Abfälle in Morsleben einen erheblichen Anteil an der Lastenbewältigung erbracht.

2. Mansfeld-Südharz ist eine Region mit starker Nutzung erneuerbarer Energien und trägt damit schon jetzt in besonderer Weise zu einer gelingenden Energiewende bei.

3. Mansfeld-Südharz ist Bestandteil des Mitteldeutschen Reviers und leistet einen Hauptbeitrag zum Kohleausstieg, der parallel zum Atomausstieg strukturpolitisch erst bewältigt werden muss.

4. Mansfeld-Südharz ist nicht nur eine historische Bergbauregion, sondern eine Modellregion für modernes Leben im ländlichen Raum. Die Lasten des Strukturwandels erfordern einen hohen staatlichen Aufwand in den kommenden Jahren, womit die Region als Übernehmer neuer (atomarer) Erblasten ausscheidet.

5. Mansfeld-Südharz besitzt eine durchschnittliche Siedlungsdichte und zahlreiche geschützte Naturräume mit erheblicher Erholungsfunktion. Ein Endlager wäre ohne Einschnitte für die Bevölkerung nicht machbar.

6. Die jetzt für geeignet angesehenen Flächen umfassen die 12-fache Größe Sachsen-Anhalts und die 170-fache Fläche des Landkreises Mansfeld-Südharz. Angesichts dieser großen Auswahl an Standorten verbietet sich eine Festlegung auf den Landkreis mit der geringsten Pro-Kopf-Steuerkraft.“